radioeins Logo
Das radioeins Programm

Programm

Link: radioeins hören - alle Angebote

Programm-Tipp

Freitag Apr 30, 2010

Rückblick und Ausblick


Seit mehr als vier Monaten bin ich jetzt unterwegs. Es ist ein komisches Gefühl, das mich umgibt, wenn ich zurückblicke. Auf der einen Seite kommt es mir vor, als würde der Start in Ägypten oder die Zeit im Sudan zu einer anderen Reise, in einem anderen Jahr gehören. Die Erlebnisse fühlen sich schon so ewig weit weg an. Selbst Malawi, wo ich noch vor vier Wochen auf der Ilala unterwegs war und in dem in meinen Augen schönsten See Afrikas gebadet habe, erscheint schon ein kleine Ewigkeit her. Vermutlich liegt es daran, dass ich ständig mit neuen Eindrücken konfrontiert werde, die ich verarbeiten muss. Kein Tag ist wie der andere. Ständig muss/darf ich mich auf Neues und Ungewohntes einstellen. Das macht mal Spaß und ist manchmal aber ganz schön anstrengend. Mit welchem Bus ich von A nach B komme, würde ich in Berlin locker vom Schreibtisch aus recherchieren, im Internet oder am Telefon. In Lilongwe, Mbeya oder Gondar geht dafür schon mal ein halber Tag drauf. Vorortrecherche!  



Die andere Seite der Medaille ist, dass ich mich bereits auf der Zielgerade in Richtung Südafrika befinde, ich bin seit wenigen Tagen in Namibia. Ein Nachbarland Südafrikas. Ich muss zugeben, ich habe Blut geleckt. Für meine Eltern und Freunde mag es erscheinen, als sei ich schon eine Ewigkeit unterwegs, ich dagegen erwische mich immer wieder bei dem Gedanken „Warum kann die Reise zur WM nicht noch ein paar Monate andauern, ich bin doch gerade erst gestartet?“.



Namibia hat den Vorteil, dass es hier südafrikanische Zeitungen gibt. Und die trommeln schon ganz schön in Sachen Weltmeisterschaft. Das lenkt mich von weiteren Reisephantasien ab und steigert meine Vorfreude, auf das Event und das Land. Im Gegensatz zu den anderen Ländern durch die ich während meiner Tour gereist bin, kenne ich Südafrika recht gut. Schon mehrfach war ich dort im Urlaub, habe sogar Freunde in Johannesburg und Kapstadt. Es ist ein bisschen wie nach Hause kommen. Ich wünsche mir deshalb, dass die erste Fussballweltmeisterschaft auf dem afrikanischen Kontinent ein Erfolg wird, und das Land von einer ähnlichen Stimmung heimgesucht wird, wie ich sie im Sommer 2006 zum ersten und bislang einzigen Mal in Deutschland gespürt habe. Allein was ich in den Zeitungen lese, sorgt mich. Der Ticketverkauf macht Probleme, Unterkünfte haben die Preise enorm angezogen (was für Fussballfans erwarten die Südafrikaner eigentlich?), die Transportprobleme sind aufgrund der massiv verärgerten Taxifahrer immer noch nicht gelöst und der Öffentliche Dienst streikt! Doch noch sind es mehr als vier Wochen bis zum Anpfiff im Soccerstadium in Soweto. Noch ist Zeit, die Probleme zu lösen. Move your ass, South Africa!

Kommentare:

Senden Sie einen Kommentar:
  • HTML Syntax: Eingeschaltet