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Programm-Tipp

Samstag Jun 12, 2010

Ich war dabei!

Als ich 3 Stunden später an der Ticketkontrolle vorm Soccer City Stadion stand war ich dann doch mal kurz nervös. Waren die Tickets echt oder hat mich der Typ verarscht? Das Lämpchen leuchtete grün und ich war drin. Da habe ich mich gefühlt, als hätten wir die WM gewonnen. Pünktlich zur Eröffnungsfeier im Stadion zu sein, davon hatte ich beim Frühstück noch nicht zu träumen gewagt. Zu Beginn der Eröffnungsfeier waren noch ziemlich viele Sitze frei. Die Sache mit dem Verkehr haben die Südafrikaner wirklich nicht im Griff. Schon ab Vormittags ging nichts mehr auf den Strassen. Ich bin dann einfach irgendwann aus dem Bus ausgestiegen und gelaufen, nur so war ich pünktlich im Stadion.
Die Eröffnungsfeier war gut. Nichts, wovon ich meinen Enkeln noch in 50 Jahren vorschwärmen werden, aber gut. Tatsächlich beeindruckend war, wie viele afrikanische Weltklassemusiker sie in kurzer Zeit aufgefahren haben: Khaled, Femi Kuti, Hugh Masekela, Thandiswa Mazwai.... R.Kelly hätte ich dagegen gerne gegen Shakira eingetauscht. Warum sie nicht aufgetreten ist, versteh ich wirklich nicht, schließlich singt sie doch den offiziellen WM-Song?!
 

Pünktlich zum Anstoß waren die Ränge dann fast komplett gefüllt. Fast 90.000 Menschen feierten, sangen, tanzen und …. ja, tröteten. Ich gebe zu, die Vuvuzelas sind ordentlich laut und nicht besonders kreativ, aber Vuvuzela-blasende Fans sind mir tausendmal lieber als prügelnde Hooligans. Die erste Halbzeit war ziemlich unspektakulär. Selbst die südafrikanische Frau neben mir wurde schon ganz ungeduldig und schrie mir dauernd ins Ohr, dass sie doch mal mal ein Tor schießen müssten. Ich hatte allerdings große Schwierigkeiten, sie zu verstehen, schließlich war ich die ganze Zeit mit meiner Vuvuzela beschäftigt. Aber dann die 55. Minute. Was für ein Zaubertor von Tshabalala und was für eine Stimmung im größten Stadion Afrikas. Tausende Menschen lassen ihre Vuvuzelas fallen, springen auf, schreien, jubeln, reissen die Arme hoch und bespringen den Nebenmann/frau. Ja auch ich. Ja alles auf einmal. Nur die Mexiko-Fans waren plötzlich ganz leise. Allerdings ja nicht lange, bzw nicht lange genug. Denn beim Ausgleich 24 Minuten später waren es die Mexikaner, die euphorisiert durch die Ränge tanzten. Wenn ich die Sache mal Schiedsrichter-unparteiisch betrachte, hab ich mich schon gefreut, dass auch die Mexikaner so einen Euphoriemoment hatten. Zumal sie sich wirklich schick gemacht hatten für´s Spiel. Überall sah man Stierkämpfer, riesige Torreros und beeindruckenden Federschmuck. Nur die Typen mit komplett-Kopfmasken fand ich ziemlich gruselig. Und ich muß auch zugeben, dass die Mexikaner die schöneren Fangesänge haben, da kommen die Vuvuzela nicht mit. Damit aber Schluß mit dem Schiedsrichter- unparteiisch sein, schließlich halte ich Bafana Bafana die Daumen. Und sie waren so unglaublich nah dran an ihrem zweitem WM-Sieg überhaupt. Wenn doch nur dieser Pfostenknaller in der letzten Minute reingegangen wär. Ich hab mich schon wieder mit der südafrikanischen Frau neben mir tanzen sehen, aber daraus wurde leider nichts.

 
Dafür gab es nach dem Spiel jede Menge rührende, freundschaftliche südafrikanisch-mexikanische WM-Momente. Fans beider Manschaften, die zusammen getanzt, gesungen und sich fotografiert haben. Das sind die Momente, die so eine Weltmeisterschaft ausmachen. Aber nachdem die deutsche Mannschaft Morgen Australien besiegt hat, werd ich meine blaue Vuvuzela Mittwoch wieder rausholen und zum ersten Sieg Südafrikas blasen.

 

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