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von Jörg Poppendieck

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  • Sonntag Jul 11, 2010

    Tschüssi Deutschland

    Wenigstens Miniweltmeister sind wir geworden, schließlich haben wir das „kleine“ Finale gewonnen. Aber mal abgesehen davon, waren die vergangenen Tage für jeden Deutschlandfan bitter. Seitdem die Spanier unseren WM-Traum auf´s Gemeinste zertrampelt haben, tut es weh, durch die Strassen von Johannesburg zu laufen. Wann immer Gelb-rote Spanier irgendwo auftauchen, werden sie gefeiert, wollen Menschen Fotos mit ihnen machen als wären sie Fernando Torres höchstpersönlich. Das ist so ungerecht. Das hätten wir Deutsche sein sollen.

     

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    Montag Jun 28, 2010

    Berlin Grooves

    Ein Stückchen musikalische Heimat mitten in Johannesburg. Auch wenn man das in den Stadien hier nicht merkt, die Südafrikaner sind ein sehr musikalisches Völkchen, und ich war gespannt, wie sie auf Dellé und 2raumwohnung reagieren würden. Unter dem Motto „Berlin Grooves“ hatte das Goethe-Institut beide Acts eingeladen, in Johannesburg ein Konzert zu spielen. Die Location war auf jeden Fall schon mal schick. Das Alexander Theater ist eines der ältesten Theater der Stadt, mit schwerem rotem Vorhang und samtenen Sitzen. Prima für eine Theatervorstellung, aber wie soll da denn Konzert-Stimmung aufkommen?

     

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    Samstag Jun 19, 2010

    Die Vuvu-WM

    Wecker: überflüssig, Ohrstöpsel: wichtig! Ab 7 Uhr Morgens ziehen die ersten Vuvuzelabläser durch Johannesburg. Dann ist es mit dem Schlaf vorbei. Von da an begleitet mich das Tröten konstant durch den Tag. Und je nachdem welche Mannschaft an dem Tag spielt, sind die Vuvuzelas lauter oder leiser. Spielt eine afrikanische Mannschaft sind sie permanent laut, spielt Südafrika sind sie konstant laut-laut. Man kommt einfach nicht an ihnen vorbei. Akustisch wie optisch. So wie Frauen sonst Handtaschen und Männer eine Zeitung unterm Arm tragen, tragen sie jetzt Vuvuzelas. Es gibt sie in allen möglichen Farben, im Nationaldesign der Mannschaften, mit Trageband dran, mit Fahne dran, groß, klein, mini....


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    Samstag Jun 12, 2010

    Ich war dabei!

     

     

    Na gut, dann schau ich das Eröffnungsspiel eben beim Fan Fest. Ich hatte mich schon damit abgefunden, nicht beim WM-Eröffnungsspiel dabei zu sein. Die vergangenen Tage habe ich alle Ticketoptionen abgegrast, aber erfolglos. Also hab ich angefangen, mir einzureden, dass ja das Fan Fest auch ganz schön ist. Drei Stunden bevor die Eröffnungsfeier beginnen soll, treffe ich in der Hotellobby einen Mann im Schwarzen Anzug mit rosa Krawatte. Er hätte noch Tickets für´s Eröffnungsspiel nachher. Klar, war ich erst skeptisch, aber ich wollte natürlich auch unbedingt in Stadion. Wie mir der Typ dann erzählt hat, ist er einer der Bodyguard des Nigerianischen Präsidenten. Die haben alle Tickets umsonst bekommt, konnten aber dann doch nicht ins Stadion. Und um ihr Taschengeld ein bischen aufzubessern, wollten sie die Tickets natürlich verkaufen.

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    Mittwoch Jun 09, 2010

    Eine Karte bitte!

    Eine Hand reicht aus, um die Tage bis zum Anstoß der Fussball-Weltmeisterschaft zu zählen. Alles was mich und das Eröffnungsspiel jetzt noch von einander trennt ist eine Karte für´s Eröffnungsspiel. Zugegebenermaßen hab ich reichlich spät dabei angefangen, mich um eine Karte zu kümmern, aber ich dachte eben immer, dass ich vor Ort in Südafrika auf jeden Fall eine kriege. Offensichtlich dachten auch tausende andere Menschen so, und jetzt hab ich ein Problem.

     

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    Samstag Mai 29, 2010

    Meine Premiere in Soccer City, Soweto!


    Ich schwitze, und mein Puls schlägt wie verrückt als die ersten Takte der Nationalhymne Kolumbiens gespielt werden. Unglaublich. Ich habe es tatsächlich noch geschafft. Pünktlich zu Spielbeginn sitze ich auf meinem orangen Sitz auf dem Oberrang des Soccer City Stadions in Soweto. Unten auf dem Rasen steht die Elf von Bafana Bafana, die südafrikanische Nationalmannschaft, die gleich eines ihrer letzten Testspiele absolvieren wird. Gegen Kolumbien. Das Spiel ist zudem der erste richtige Test des extra für die WM umgebauten und jetzt größten Stadions in Afrika. Ich bin natürlich nicht allein da. Fast 90-Tausend Fussballfans haben es sich auf ihren Sitzen gemütlich gemacht. Ausverkauft! Als die südafrikanische Nationalhymne gesungen wird, habe ich eine Gänsehaut. Nkosi sikelel’ iAfrika. Herr, segne Afrika. Die Hymne ist mehrsprachig, so wie das Land. Schwarze und Weiße schmettern inbrünstig, die rechte Hand auf die Brust gelegt, die Nationalhymne. Ein emotionaler Moment. So emotional, dass ich die vergangenen Stunden schon fast wieder vergessen habe.

     



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    Freitag Mai 28, 2010

    Südafrika vs. Kolumbien

    Gestern war Generalprobe in Soccer City: Südafrika und Kolumbien (nicht für die WM qualifiziert) durften als einzige den heiligen WM-Rasen testen. Wie es lief? Hören Sie selbst...

     

    Dienstag Mai 18, 2010

    Das sind doch alles Fussballverrückte!

    Ich weiß noch gut, wie es sich anfühlte während der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Die Sonne schien die ganze Zeit über und spätestens gegen Ende der Vorgruppenspiele war mindestens die Hälfte der Autos beflaggt. Ein Land im "Schlaaaand-Wahn". Es war großartig, wie ich finde. Dementsprechend hart war dann auch die Landung nach der Niederlage im Halbfinale gegen Italien. Ich hatte meinen ersten Kater ohne zuvor etwas getrunken zu haben. All das weiß ich noch, als wäre es gestern gewesen. Woran ich mich allerdings nicht erinnern kann, ist die Zeit vor der WM. Die letzten Wochen vor dem Anpfiff des ersten Spiels. Wie fühlte sich diese Zeit an? Waren schon Autos beflaggt? Gab es überall Schals und Fahnen zu kaufen? Gab es nur ein Thema im Land - die anstehende WM? Ich kann mich schlicht nicht mehr erinnern. Vielleicht können Sie mir aushelfen?! Ich würde die Zeit nämlich gern vergleichen mit dem was ich hier in Südafrika erlebe. 

     

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    Montag Mai 10, 2010

    Welcome to South Africa!

    Wie fühlt man sich wohl am Ende einer großes Reise? Einer Reise, die mehr als vier Monate gedauert und die mich durch acht so verschiedene, afrikanische Länder geführt hat. Einer Reise, die so manches Mal körperlich anstrengend und psychisch belastend war, aber auch immer Spannendes und für mich Neues im Angebot hatte. Die Antwort lautet: Müde. Das allerdings lag nicht daran, dass ich mich seit Wochen nie länger als zwei Tage an einem Ort aufgehalten und gefühlt eigentlich immer unterwegs war und aus dem Rucksack gelebt habe. Es lag vielmehr an der letzten Etappe. Die war mit fast 24 Stunden im Bus und nur wenigen Minuten Pause die längste und damit auch die körperlich anstrengendste. Als ich in Kapstadt ankam, war ich durch. So durch, dass ich für die Schönheit der Stadt und die optischen Vorboten der WM kaum ein Auge hatte. 


     

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    Freitag Apr 30, 2010

    Rückblick und Ausblick


    Die Idee mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Nord nach Süd durch Afrika zu reisen, ist bereits vor mehr als zwei Jahren entstanden. Am Anfang war es nur ein Gedanke. Irgendwann stapelten sich dann die Reiseführer und Ausdrucke auf meinem Schreibtisch in Berlin. Viele Wochen und Monate habe ich recherchiert, den Rucksack probegepackt und bin gedanklich schon mal vorgereist. Dass es  wirklich losgeht, habe ich allerdings erst gemerkt, als ich Mitte Dezember vergangenen Jahres meine Habseligkeiten in Kisten verpackte habe, um sie bei meinen Eltern unterzustellen. Plötzlich gab es nur noch mich und meinen Rucksack. Ein komisches Gefühl. So ganz ohne feste Bleibe.


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    Mittwoch Apr 28, 2010

    Namibia - Meine Überraschung

    Gespräch mit Jörg Poppendieck

    Whats your name“, fragte mich die weibliche Stimme am anderen Ende des Backpackers in Tsumeb, im Norden Namibias. „Jörg“ antwortete ich, um bei der Wahrheit zu bleiben. „Na dann können wir ja auch auf deutsch weitersprechen“, war ihre Antwort auf „Jörg“. Natürlich weiß ich um die Vergangenheit Namibias und die vielen Deutschen, die in dem Land leben und im Tourismus eine bedeutende Rolle spielen. Und trotzdem, nach all den Wochen, die ich mit dem Rucksack durch Afrika reise, war es in dem Moment ein Überraschung für mich als ich auf deutsch angesprochen wurde. Es sollte nicht die einzige Überraschung in Namibia bleiben.
    Schon die Reise mit dem Bus war eine Überraschung. Eine positive. Denn in Sachen Verkehrsmitteln kann ich mittlerweile wirklich Schauergeschichten erzählen. In einem modernen Doppeldeckerbus ging es die 12 Stunden von Livingstone, im Süden Sambias, bis nach Tsumeb. Sogar eine Klimaanlage, eine Toilette und eine Art Stewardess gab es. Nach all den Stunden in überfüllten, eigentlich nicht straßentauglichen Bussen und Taxis fühlte es sich an wie im Paradis. 

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    Samstag Apr 10, 2010

    Kurioser Kontinent

    Manchmal sind es Kleinigkeiten, die mich auf dieser Reise quer durch Afrika erheitert oder verwundert haben. Oder manchmal auch ein Kopfschütteln ausgelöst haben. Seit wenigen Tagen bin ich in Sambia. Und auch hier ist es nicht anders. Was mir aufgefallen ist, sind die langen Schlangen vor den Geldautomaten. In Deutschland würde ich mir einen anderen Automaten suchen, wenn bereits zwei Kunden anstehen. Hier in Sambia wäre das die kürzeste Schlange ever. Nicht selten warten bis zu 20 Geldhungrige an einem Automaten. Da ist Geduld gefragt.   

    Es folgt ein Blick zurück. Kurioses aus Ägypten, Sudan, Äthiopien und Uganda. 

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    Mittwoch Apr 07, 2010

    Noch 64 Tage bis zur WM

    Gespräch mit Jörg Poppendieck

    Sonntag Apr 04, 2010

    Besuch beim Patenkind

    Haben Sie schon mal eine Ziege und zwei Hühner geschenkt bekommen? Seit gestern gehöre ich zu diesem Kreis der Erlauchten. Dank der Großzügigkeit von Familie Mbale.
    Seit zwei Jahren unterstütze ich ein Patenkind in Malawi. Thembozawo. Ein Mädchen von neun Jahren, die in einem kleinen Dorf gut drei Autostunden von der malawischen Hauptstadt Lilongwe entfernt wohnt. Wir haben uns bislang nur Briefe geschrieben. Sie hat von ihrer Familie erzählt und was sie gerade in der Schule lernt. Ich hingegen habe ihr von meiner Familie, meinem Leben und meiner Arbeit in Berlin erzählt. Was man einem kleinen Mädchen so schreibt, das man noch nie gesehen hat und die tausende Kilometer weit entfernt in einer ganz anderen Welt lebt. Seit gestern wissen Thembozawo und ich, wie der andere ausschaut. Wie er läuft, lacht und wie es klingt, wenn der andere spricht. Unser dreistündiges Treffen war für uns beide ein bewegender Moment.

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    Samstag Mrz 27, 2010

    Unterwegs mit der Ilala

    Ich liebe ja Wasser und Schiffe aber deshalb gleich eine Kreuzfahrt machen? Bis vor kurzem hätte ich geantwortet, fragen sie mich doch bitte in zwanzig Jahren noch mal. Dann habe ich das Kreuzfahrtfahreralter. Seit der Ilala ist alles anders. Die Ilala ist das Schiff, dass seit 1957 auf dem Malawisee auf und ab fährt. In meinem Reiseführer heißt es zu dem Trip: „one of Africa´s great transport rides“. Das kann ich nur unterstreichen und ich würde gerne noch drei Ausrufezeichen hinzufügen.  

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