Die Favoriten im Wettbewerb: Wer kriegt einen Bären?
Von Stephan Karkowsky
Der goldene Bär? Ich würde ja lieber einen grauen Bären vergeben. Einen Bären ohne Arme und Beine. Für den deprimierendsten Film dieser Berlinale. Jedes Mal wenn wir dachten: 'Wir haben ihn gesehen!' kam einer hinterher, der uns weiter runterzog. "Eine Familie" etwa, natürlich aus Dänemark. Wo man dem krebskranken Vater gefühlte zwei Stunden beim qualvollen Sterben zusieht. Legendär auch: "Caterpillar" - oder "Rumpfie", im Kritikerjargon - aus Japan. Armer Kerl. Kommt nur halb aus dem Krieg zurück. Seine Glieder liegen in China begraben. Da hat er als Soldat im Dienste des Kaisers junge Chinesinnen vergewaltigt. Zuhause macht er einfach weiter. "Öhm-Ööööhm", mehr kann er, mehr braucht er nicht sagen. Schon zieht seine Ehefrau das Höschen aus und nimmt die Reiterstellung ein. "Caterpillar" als Bärenkandidat? Bitte nicht.
Trübe Wintertage, verzweifelte Menschen
Überhaupt war Sex eher unappetitlich auf dieser Berlinale. Menschen fallen grundlos übereinander her und kopulieren. Gudrun Landgrebe wird erst im Bombenhagel von "Jud Süß" richtig scharf. Vorspiel? Nie gehört. Im norwegischen Beitrag "A Somewhat Gentle Man" wird ein alter Kerl mit Stirnglatze, Pferdeschwanz (!) und Schmerbauch gleich von drei Frauen unterschiedlichen Alters vernascht. Als Dank dafür, dass er nicht über ihr Essen meckert. Fisch-Frikadellen kauend gibt er sich seiner Pflicht hin. Toller Film, aber zu lustig für den Gold-Bären. Trübe Wintertage, verzweifelte Menschen, prekäre Wohnsituationen. Keine Hoffnung, nirgends. Alle sterben, überall. Dazu diese unglaubliche Langsamkeit. Nichts passiert, und davon jede Menge. Am poetischsten verzweifelt war "Bal" (Honig) aus der Türkei. Kleiner, hübscher Junge verliert seinen Papa. Wenn das die Jury nicht zu goldenen Bären rührt! Meditation beginne auch mit Langeweile, schreibt die taz. Was Bal fehlte, war nur die Vorspultaste. ...
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[Read More]Eingestellt am Samstag, 20. Februar 2010, um 06:00 Uhr von radioeins in rbb Berlinaleportal | Kommentare[0]
Die Berlinale-Filmtour

Am Sonntag, 21. Februar, bietet die Berlinale-Filmtour in Zusammenarbeit mit radioeins und „Videobustour“ zwei Stunden lang eine Rundreise im komfortablen Videobus durch die Berliner Kinogeschichte und führt zu Drehorten und Schauplätzen berühmter Berlin-Filme. radioeins-Filmexperte Knut Elstermann begleitet die Teilnehmer gewohnt fachkundig und unterhaltsam dorthin, wo in Berlin Filmgeschichte geschrieben wurde. Das Gewinnspiel für die Berlinale-Filmtour findet vom 15. bis 19. Februar jeweils gegen 16.40 Uhr in radioeins - Der Tag bzw. Die Schöne Woche statt. Außerdem gibts eine Verlosung am 20. Februar in der radioeins-Filmsendung „12 Uhr mittags“ ab 12.00 Uhr.
Eingestellt am Dienstag, 16. Februar 2010, um 15:00 Uhr von radioeins in rbb Berlinaleportal | Kommentare[0]
Forum Expanded
Auf der Berlinale laufen ja jedes Jahr längst nicht nur die großen spektakulären Wettbewerbsfilme, es gibt ja auch noch das Panorama mit tollen deutschen Filmen, das Kinder- und Jugendfilmfest und das Forum mit den wohl schrägsten und experimentellsten Film-Entdeckungen. Seit fünf Jahren setzt das die Berlinale NOCH einen drauf – solange nämlich gibt es jetzt schon die Sektion „Forum Expanded“ – und was sich dort in diesem Jahr besonderes tut, das weiß unsere Berlinale-Reporterin Gesa Ufer:
Eingestellt am Dienstag, 16. Februar 2010, um 14:40 Uhr von radioeins in rbb Berlinaleportal | Kommentare[0]
rbb-Berlinaleportal
Hier finden Sie das rbb-BerlinalePortal:
http://www.rbb-online.de/berlinale
Eingestellt am Sonntag, 01. Februar 2009, um 15:27 Uhr von radioeins in rbb Berlinaleportal | Kommentare[0]





